Handschriften

Clarissa Höschel - HandschriftenIst Ihnen das auch schon passiert?
Sie möchten gerne einen handgeschriebenen Text lesen und stellen resigniert fest, dass Ihnen das Lesen große Mühe macht oder der Text für Sie vielleicht sogar vollkommen unleserlich ist? Und das nicht nur, weil die Handschrift vielleicht nicht gerade eine „Schönschrift“ ist, sondern auch, weil sie schon älter ist und deshalb gar nicht in der Schrift geschrieben ist, in der wir heute schreiben.

Wie kommt das?
Zwar beginnt die Geschichte der Schrift, also der bildlichen oder schriftlichen Fixierung des gesprochenen Wortes, bereits vor mehreren tausend Jahren, doch so weit müssen wir gar nicht zurückgehen, um einen Einblick in die Geschichte unserer deutschen Schreibschrift(en) zu bekommen.

Clarissa Höschel - HandschriftenSeit sich mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert der gedruckte Text nach und nach in allen Bereichen des täglichen Lebens ausbreitete, lernten auch immer mehr Menschen Lesen und Schreiben und begannen, diese neuen Fertigkeiten für sich zu nutzen. Daraus entstand, vor allem in Handel und Gewerbe, der Wunsch und die Notwendigkeit, jede Art von geschäftlichen und privaten Vorgängen handschriftlich zu dokumentieren. Parallel zu der im Druck üblichen Frakturschrift und den in Kanzleien und Ämtern verwendeten Kanzleischriften entwickelte sich schließlich eine erste Verkehrsschrift – die Kurrentschrift. Diese Schreibschrift wurde zwar bis ins 19. Jahrhundert hinein verwendet, doch die Schriftbilder variieren im Laufe der Zeit beträchtlich. Dies liegt vor allem an den Schreibgeräten (Vogelkielfeder bzw. Stahlfeder) und der fehlenden Vereinheitlichung der Schrift. Zwar setzte sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts in einigen Teilen des deutschsprachigen Raumes die normierte preußische Schulschrift durch, doch standen dem immer noch sehr unterschiedliche Schreibgewohnheiten in anderen Regionen gegenüber. Karte von Johannes BrahmsIm 19. Jahrhundert verfeinerte sich das Schriftbild aufgrund der neuartigen stählernen Schreibgeräte, und die allgemeine Entwicklung hin zu einer sprachlichen Normierung und Vereinheitlichung in Form von Grammatiken und Wörterbüchern schloss auch den Wunsch nach einer vereinheitlichten Schrift mit ein. Doch es sollte noch bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges dauern, bis die von Ludwig Sütterlin (1865-1917) entwickelte Schreibschrift offiziell eingeführt und fast drei Jahrzehnte lang gelehrt und geschrieben wurde. 1941 schließlich, also bereits vor fast 70 Jahren, wurde die heute noch gültige lateinische Schrift eingeführt – kein Wunder also, dass das Lesen der älteren Dokumente für die allermeisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln ist.
Damit aber das in diesen alten Dokumenten festgehaltene Wissen nicht verloren geht, kann man diese Texte in unsere heutige Schrift übertragen – transliterieren, wie es im Fachjargon heißt. Verbindet man eine solche Transliteration mit den Vorteilen und Möglichkeiten der multimedialen Welt, werden aus alten, unleserlichen und damit im Grunde wertlosen Dokumenten digitale Textdateien, die vielfach genutzt werden können.

Wenn Sie sich für das Übertragen von handschriftlichen Dokumenten interessieren oder einfach mehr über Ihre alten Handschriften erfahren möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Richten Sie Ihre Anfrage bitte an: info@arsverbi.de

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Clarissa Höschel - Kindheit an der Katzbach - Eine niederschlesische Chronik der jahre 1920 bis 1947


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Clarissa Höschel
Kindheit an der Katzbach
Eine niederschlesische Chronik der Jahre
1920 bis 1947
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